(Jo) Seit September 2001 können Lebensmittel aus ökologischer Landwirtschaft mit dem staatlichen Bio-Siegel gekennzeichnet werden. Das kleine sechseckige Zeichen mit dem Schriftzug "Bio" schafft Klarheit, Einheitlichkeit und Orientierung bei Bio- beziehungsweise Öko-Produkten. Verbraucherinnen und Verbraucher können sich darauf verlassen: "Wo 'Bio' drauf steht, ist auch 'Bio' drin". Denn nur Erzeuger und Hersteller, die die Bestimmungen der EG-Öko-Verordnung einhalten und sich den vorgeschriebenen Kontrollen unterziehen, dürfen ihre Produkte als Bio- oder Ökoware verkaufen und mit dem Bio-Siegel kennzeichnen.
OWG Bio-Wein
Nachdem die „Odenwälder Winzergenossenschaft“ in Groß-Umstadt ihren ersten Öko-Wein, einen „Johanniter“ Weißwein schnell ausverkauft hatte, kam es nun zur Vorstellung eines weiteren Öko-Weins. Diesmal ist es eine Riesling Spätlese trocken, die das Bio-Siegel tragen darf.
Die Nutzung des Bio-Siegels richtet sich nach den Kriterien der EG-Öko-Verordnung. Darin ist unter anderem festgeschrieben: Verbot der Bestrahlung von Öko-Lebensmitteln. Verbot gentechnisch veränderter Organismen. Verzicht auf Pflanzenschutz mit chemisch-synthetischen Mitteln. Verzicht auf leicht lösliche, mineralische Dünger.
Will man diese Voraussetzungen erfüllen, dann heißt das wieder verstärkt mit der Hacke zu arbeiten und auch ansonsten ist viel Handarbeit gefragt. Somit ist die Pflege der Bio-Rebstöcke sehr arbeitsintensiv.
Ebenso muss der Kellermeister strenge Richtlinien einhalten. Durch die Weinschläuche darf zuvor kein anderer Wein geflossen sein, oder man muss die Schläuche einer intensiven Reinigung unterziehen, damit keine Spuren anderer Weine mehr zurückbleiben.
Nachfrage steigt
Wie uns der kaufmännische Leiter der „Odenwälder Winzergenossenschaft“, Oliver Schröbel, mitteilte, sei die Nachfrage nach Bio-Weinen in letzter Zeit stark gestiegen. Viele Verbraucher, die auch ansonsten beim Einkauf von Lebensmitteln auf Bio-Produkte achten, hätten immer wieder nachgefragt, ob die OWG solche Produkte ebenfalls im Angebot habe.
Die Umstellungsphase eines Weinbergs sei allerdings, so Schröbel, keine kurzfristige Angelegenheit. Man könne nicht einfach den Schalter umlegen und sagen, jetzt machen wir einen Bio-Wein. Erst drei Jahre nach der Umstellungsphase erhalte man das begehrte Bio-Siegel.
Das mache den Wein natürlich nicht gerade preiswerter. Aber, so Schröbel, man verkaufe den Bio-Wein nur mit einem kleinen Aufschlag, um damit den Wein zu einem Preis anzubieten, der ihn für den Abnehmer auch attraktiv mache.
Der Bio-Riesling des Jahrgangs 2006 wurde 1.400mal in Flaschen abgefüllt. Wer ihn einmal genießen möchte, sollte sich beeilen, denn auch der „Johanniter“ war bei den Kunden heiß begehrt.

Den neuen Bio-Wein der „Odenwälder Winzergenossenschaft“,
eine Riesling Spätlese trocken, präsentierten jetzt,
im Verkaufsraum der OWG, Kellermeister Jürgen Kronenberger
und der kaufmännische Leiter der OWG, Oliver Schröbel.
Bild und Text: Johmann