
Gourmetabend bei "vinum autmundis"

BU: Käse und Wein mit Hessentagspaar und Hess. Milchkönigin
Die "Odenwälder Winzergenossenschaft", "vinum autmundis", hatte zu einem besonderen Gourmetabend eingeladen, in dem Käse und Wein im Mittelpunkt standen. Unser Bild zeigt (von links), das Hessentagspaar 2011, Christian Peter und Charmaine Weisenbach sowie OWG-Geschäftsführer Oliver Schröbel, die Hessische Milchkönigin Marie Wolf, Moderator Holger Schütz, OWG-Kellermeister Jürgen Kronenberger und Klaus Wolf vom "Odenwälder Käsekeller".
(Jo) Außergewöhnliche Käsespezialitäten, gepaart mit Weinen von „vinum autmundis“, erfreuten am vergangen Wochenende die Herzen zahlreicher Gourmetfreunde in den Räumlichkeiten der „Odenwälder Winzergenossenschaft“.
Die Weine wurden von OWG-Mitglied Holger Schütz vorgestellt. Er konnte zu Beginn der Veranstaltung unter den Gästen das Hessentagspaar 2011 begrüßen. Charmaine Weisenbach und Christian Peter laden vom 10. bis 19. Juni 2011 zum Hessentag nach Oberursel im Taunus ein. Weiterer Ehrengast unter den Freunden von Käse und Wein war die amtierende Hessische Milchkönigin Marie Wolf aus Höchst/Dusenbach.
Die Käsesorten kamen überwiegend aus dem „Odenwälder Käsekeller“ der Familie Wolf in Groß-Umstadt und zwei Sorten von der Molkerei Hüttental sowie vom Groß-Umstädter „Warthof“. Einen ebenso kenntnisreichen wie unterhaltsamen Streifzug in die Welt der Käseherstellung bot Klaus Wolf vom „Odenwälder Käsekeller“. Sein Firmensitz liege in Rodgau, so Wolf und als Käseimporteur führe er über 800 Käsesorten. Im Käsekeller reife der Käse bis zu seiner Vollendung heran und das bei einer Luftfeuchtigkeit von 97 bis nahezu 100 Prozent.
Zum Käse passen, so Wolf weiter, Früchte, Gewürze und natürlich Umstädter Wein. Käse und Wein sei wie eine kleine Abenteuerreise. Solche Proben beginne man immer mit jungen milden Sorten und am Ende stünde schließlich ein Blauschimmelkäse, der dieser genussreichen Probenfolge die Krone aufsetze.
Eröffnet wurde der Käsegenuss mit einem Feigenfrischkäse, mild und zugleich etwas säurebetont, wie auch der dazu kredenzte Esprit Rotling Perlwein.
Weiter ging es mit einem Feinschmecker-Weichkäseroller mit Doppelschimmelreifung und einem 2009er Umstädter Cuvée 4-feinherb. Der Name des Weins, so Holger Schütz, sei dadurch entstanden, dass Kellermeister Jürgen Kronenberger dem Vorstand und Aufsichtsrat vier Proben verschiedener Cuvée’s kredenzte. Am ausgewogensten fand das Gremium den vierten ausgeschenkten Wein und so habe man ihn einfach Cuvée 4 genannt.
Zu einem Kräuterzickli aus Hüttental schenkten die OWG-Damen einen Acolon Rotwein ins Glas. Bei einem Bruschetta-Käse mit Kräuter Tomatenkruste durften die Gäste sowohl einen Pinot Brut Sekt als auch einen Dornfelder Rotwein genießen.
Was könnte zu einem Edelschimmel aus dem Keller des „Warthofs“ besser munden als ein 2006er Umstädter Spätburgunder Rotwein, im Barrique Fass ausgebaut und auf der Flasche herangereift zu einem Wein der Edelklasse.
Von Klaus Wolf erfuhren die OWG-Gäste, dass die Deutschen mit einem durchschnittlichen Käseverbrauch von 22,2 Kilo pro Kopf und Jahr in Europa auf dem 3. Platz liegen würden. Auf den 2. Platz kämen die Franzosen mit 26 Kilo und unangefochten auf dem 1. Platz würde Griechenland mit über 30 Kilo liegen.
Ein nachhaltiger Gaumengenuss war jetzt ein „Rucksackkäse“, ein Bergkäse mit Parmesan, wozu ein „Schilli Schelee“ serviert wurde. Diesen außergewöhnlichen Genuss rundete ein Ardos Rotwein perfekt ab.
Wie aus Gras Milch wird, das könnten interessierte Milchliebhaber, so die Hessische Milchkönigin, bei einem Besuch der Hessischen Milch & Käsestraße erfahren. Besonders für Kinder wäre dies sehr lehrreich. Beteiligt an diesem Projekt seien regionale Milchbetriebe und Käsereien aus den Landkreisen Bergstraße, Darmstadt-Dieburg, Groß-Gerau, Odenwald und Offenbach.
Um 2 Kilo Käse herzustellen, erläuterte Marie Wolf, benötige man 20 Liter Milch. Das entspreche in etwa der Tagesleistung einer Odenwälder Milchkuh. Wie schon erwähnt, könnten Besucher gerne einen Milchbetrieb aufsuchen, welcher der Milch & Käsestraße angeschlossen sei. Die Besitzer würden jedem, der anklopft, die Tür öffnen und das Leben auf dem Bauernhof anschaulich vermitteln.
Ein Käsegenuss für Feinschmecker war jetzt ein Schweizer Höhlengruyére, eine Hartkäsespezialität mit einer Reifezeit von mindestens 18 Monaten. Von Klaus Wolf erfuhren die Besucher, dass dieser Käse bereits viermal zum weltbesten Käse gekürt wurde. Weltmeisterlich dazu gesellte sich ein 2004er Dornfelder Barrique Rotwein, trocken ausgebaut.
Den Abschluss bildete ein Roquefort Käse. Roquefort ist ein grün-blau marmorierter Edelschimmelkäse aus roher Schafmilch, der in der Umgebung des französischen Dorfes Roquefort-sur-Soulzon in der kargen Region Rouergue im Département Aveyron hergestellt wird.
Der Roquefort erhielt 1925 als erster französischer Käse das AOC-Siegel, womit er den Schutz einer kontrollierten Herkunftsbezeichnung genießt. Zur Erzeugung der Kulturen werden eigens große Mengen von Roggenbrotlaiben gebacken, die außen sehr trocken und innen relativ feucht sein müssen. Die Laibe werden gelagert, bis sie von innen her verschimmeln. Der so gewonnene Schimmel wird pulverisiert und für die Käseproduktion verwendet.
Dieser Käse war zweifelsohne die Krönung eines besonderen Abends, der ganz im Zeichen der Genüsse stand. Zum Roquefort Käse gesellte sich eine Umstädter Riesling Auslese, die mild ausgebaut diesen außergewöhnlichen Käse harmonisch umspülte und zu einer perfekten Symbiose von Käse und Wein werden ließ.
Ausklingen ließ das „vinum autmundis“ Team die Veranstaltung mit einem Cognac aus der Spezialitätenkammer der Genossenschaft.
Text und Bild Karl Johmann